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BSG Stahl        

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ZUR GESCHICHTE DER STAHL-FUßBALLER:

Die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Stahl Brandenburg wurde am 25. November 1950 gegründet. Demnach feierte der Verein, der seit 1998 den Namen FC Stahl Brandenburg trägt, im Jahr 2010 sein 60-jähriges Jubiläum.

Wie man bereits vom Vereinsnamen ableiten kann, ist die Historie des Vereins sehr eng mit der Geschichte des Brandenburger Stahl- und Walzwerkes verbunden. 

Den zweiten Weltkrieg hatte das Stahlwerk relativ unbeschadet überstanden, doch nach dem Ende des Krieges im Jahre 1945 wurden die Werksanlagen fast komplett demontiert und als Reparationsleistungen nach Russland verfrachtet. Doch bereits einige Jahre später, im Jahr 1950, konnte das Stahlwerk im Brandenburger Stadtteil Quenz wieder in Betrieb genommen werden.

Am 25. November 1950 wurde die Betriebssportgemeinschaft Stahl mit mehreren Sportabteilungen offiziell gegründet. Zuvor wurde bereits im September 1950 in der Betriebszeitung "Stahlwerk im Aufbau" von einer Gründung am 2. September 1950 berichtet.

Die Sektion Fußball konnte aber aufgrund mangelnder Trainingsmittel und Spielbekleidung erst im Februar 1951 die ersten Trainingseinheiten durchführen. Am 10. Februar 1951 kam es dann auf dem Werner-Seelenbinder-Sportplatz zum ersten Freundschaftsspiel mit der BSG Einheit Brandenburg (Städtische Krankenanstalten). Die Partie wurde nach einem 1:4-Rückstand am Ende noch mit 5:4 gewonnen. Die neu formierte Mannschaft trainierte von nun an jeden Mittwoch auf dem Gördensportplatz. Mit Beginn der Saison 1951/52 im September 1951 startete die BSG Stahl in der Kreisklasse Brandenburg mit dem offiziellen Spielbetrieb.

Bereits ab der folgenden Spielzeit 1952/53 ging die Mannschaft in der Bezirksklasse Potsdam an den Start und spielte dort bis Ende 1955. Eine Spielklasse darüber, nämlich in der Bezirksliga, spielte Anfang der 50'er Jahre ein anderer Verein der Havelstadt - die oben bereits erwähnte BSG Einheit Brandenburg.

Sportvereinigung Einheit Wappen   

Einheit spielte übrigens in der Saison 1954/55 als Aufsteiger in der DS-Liga (2. Liga),  schaffte allerdings nicht den Klassenerhalt. Die folgende Übergangsrunde 1955 (August bis Dezember) beendete Einheit in der Bezirksliga auf dem 5. Platz, während sich Stahl in der Bezirksklasse Potsdam Staffel B als Tabellenelfter nur knapp vor dem Abstieg retten konnte. 

Zum Ende des Jahres 1955 wurde die BSG Einheit Brandenburg aufgelöst und ab Januar 1956 übernahm Stahl neben einigen früheren Einheit-Spielern auch den Platz von Einheit in der Bezirksliga Potsdam.

Die erste Saison nach dem "Zusammenschluss" wurde mit dem 2. Platz abgeschlossen und bereits im darauffolgenden Spieljahr 1957 gelang Stahl als Tabellenzweiter der Bezirksliga der Aufstieg in die 2. DDR-Liga, welche damals die 3. Liga darstellte. Doch dieses Abenteuer in der Saison 1958 blieb nur ein kurzes Intermezzo, denn das Team stieg als Vorletzter umgehend wieder ab.

Nach 12 langen Jahren in der Bezirksliga Potsdam zwischen 1959 und 1970 war die Zeit reif, um den Aufstieg in die DDR-Liga anzupeilen. Nachdem man 1967/68 in den Aufstiegsspielen zur DDR-Liga noch gescheitert war, gelang es dann 2 Jahre später, den Aufstieg perfekt zu machen. Am Ende der Saison 1969/70 war Stahl als souveräner Bezirksmeister wieder für die Aufstiegsrunde qualifiziert. In dieser machte Horst-Otto Bannies mit seinem 1:0-Siegtor im letzten und entscheidenden Spiel bei der BSG Chemie Buna Schkopau alles klar.

Von nun an konnten sich die Sahl-Fans an DDR-Liga-Fußball erfreuen - und das ganze 14 Jahre lang ohne Unterbrechung! Die DDR-Liga-Jahre von 1970-1984 waren geprägt von Mittelmaß - mit Ausreißern sowohl nach oben als auch nach unten. Während in den ersten Jahren durchaus gute Platzierungen eingefahren wurden, konnte in den späten 70'er Jahren mehrmals nur knapp der Abstieg verhindert werden. Als Beispiele für diese wechselhaften Spielserien seien der 2. Platz in der Saison 1972/73 und der 9. Rang in der Saison 1977/78 (nur 2 Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz) genannt. Mit dem Wechsel aus der Staffel C in die Staffel B zur Saison 1979/80 und der stetig zunehmenden Leistungsorientierung (dank der Unterstützung des Stahlwerkes) wurden die Ergebnisse kontinuierlich besser und in der Serie 1982/83 holte man sich sogar den Staffelsieg. Zum Aufstieg in die "Eliteklasse", der DDR-Oberliga, reichte es jedoch erst ein Jahr später - nämlich in der Saison 1983/84. Nach dem erneuten Triumph in der Ligastaffel B wurde auch die Aufstiegsrunde zur Oberliga klar dominiert. Bereits am 6. Spieltag - und somit 2 Spiele vor Beendigung der Aufstiegsrunde - konnten die Mannen von Trainer Karl Schäffner durch ein 3:1 bei der BSG Sachsenring Zwickau den erstmaligen Aufstieg in das ostdeutsche Fußballoberhaus feiern.

Die Premiere in der Oberliga ging mit einem 1:5 im Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg vor 15.000 Zuschauern gründlich daneben. Doch schon beim folgenden Auswärtsspiel in Erfurt zeigte sich Stahl gut erholt und sorgte mit einem 2:1-Sieg für eine faustdicke Überraschung. Am Ende der ersten Saison stand der Klassenerhalt! Der 1:0-Heimerfolg am 23. Spieltag über den direkten Konkurrenten BSG Chemie Leipzig bedeutete die Vorentscheidung zu Gunsten der Havelstädter.

Im folgenden Spieljahr 1985/86 überraschte unsere Stahl-Elf und belegte am Saisonende einen phantastischen 5. Rang. Da sich der 1. FC Lok Leipzig als Tabellenzweiter bereits für den UEFA-Cup qualifiziert hatte und auch im Endspiel des FDGB-Pokals gegen den 1. FC Union Berlin stand, hatte Stahl im Falle eines Pokalsieges von Lok die Chance auf einen Startplatz im UEFA-Pokal. Und tatsächlich schaffte die "Loksche" einen 5:1-Erfolg über die "Eisernen" und Stahl Brandenburg war damit im internationalen Geschäft! 

Bei den Spielen der ersten Runde gegen den nordirischen Vertreter FC Coleraine (1:1 und 1:0) und der zweiten Runde gegen den späteren Sieger, den schwedischen Verein IFK Göteborg (0:2 und 1:1) vertrat Stahl die Havelstadt würdig. Diese 4 Spiele im Oktober und November 1986 bildeten die absoluten Highlights in der Vereinsgeschichte. Bei den Heimspielen gegen Coleraine und Göteborg platzte das Stahl-Stadion aus allen Nähten und es wurden die noch immer gültigen Besucherrekorde aufgestellt.

In der Saison 1987/88 stand am Ende sogar Tabellenplatz 4 zu Buche, der aber leider trotzdem nicht zur Teilnahme am UEFA-Cup berechtigte. Und dafür sorgte Stahl unfreiwillig selbst! Und wieder war der 1. FC Lok Leipzig beteiligt. Am 23. Spieltag schlugen unsere Stahl-Fußballer den aktuellen Spitzenreiter und Titelanwärter im Heimspiel mit 3:2. Der eingewechselte Falk Zschiedrich traf in der 90. Minute zum Siegtreffer - und wird sich dafür wohl 3 Wochen später in den Allerwertesten gebissen haben. Hätte Lok nämlich in diesem Spiel ein Remis erreicht, wäre die Mannschaft am Saisonende mit einem Punkt Vorsprung Meister geworden. So aber konnte sich der punktgleiche BFC Dynamo aufgrund des besseren Torverhältnisses den Meistertitel schnappen und die Leipziger mussten sich mit dem zweiten Platz begnügen. Die Berliner wiederum sicherten sich durch den Gewinn des FDGB-Pokals das Double und der Pokalfinalist FC Carl Zeiss Jena startete dadurch im Cup der Pokalsieger.

Die Spieljahre 1988/89 und 1989/90 beendete man weniger erfolgreich auf den Plätzen 11 und 10.

Im Sommer 1990 trennte sich der Verein von der Betriebssportgemeinschaft BSG und spielte fortan als BSV Stahl Brandenburg. Ein großer Erfolg war das Erreichen der gesamtdeutschen 2. Bundesliga im Sommer 1991. Nachdem die direkte Qualifikation im allerletzten Spieltag der letzten DDR-Oberliga-Saison (NOFV-Oberliga) beim 1:2 in Erfurt verpasst wurde, musste als Achtplatzierter der Umweg über die Relegationsrunde gegangen werden. Hierbei waren der 1. FC Magdeburg (Platz 10), der FC Berlin (Platz 11) und der 1. FC Union Berlin (Sieger der Ligastaffel Nord) die Gegner. Mit Kampfgeist, Glück und Können wurde diese Hürde gemeistert und der 2:0-Auswärtssieg im entscheidenden Spiel beim 1. FC Union Berlin krönte den Aufstieg. 

Das Abenteuer 2. Bundesliga 1991/92 war jedoch nach nur einer Serie zu Ende, der Verein stieg als Letzter in die dann drittklassige Amateur-Oberliga Nordost ab. In den beiden folgenden Saisons 1992/93 und 1993/94 wurde mit Hilfe des neuen Sponsors "TRP Potsdam" versucht, den Wiederaufstieg zu packen. Doch im ersten Jahr führte kein Weg am Berliner Konkurrenten Tennis Borussia vorbei und im Folgejahr scheiterte man im entscheidenden Relegationssspiel am FSV Zwickau. Gegen die guten und cleveren Zwickauer hätte es am 11.06.1994 eines 2:0-Sieges bedurft, doch es reichte nur zu einem 1:1-Unentschieden.

Nach dem finanziellen Rückzug des Trägerbetriebes "Stahl und Walzwerk Brandenburg" hatte man sich zwischenzeitlich vom Namen "Stahl" getrennt und hieß ab dem 01.01.1993 nur noch Ballspielverein Brandenburg - kurz: BSV Brandenburg.    

Der verpasste Aufstieg im Spiel gegen Zwickau kann im Nachhinein zu Recht als folgenschwer für die weitere Entwicklung in den nächsten Jahren bezeichnet werden. Durch den Rückzug des Hauptsponsors TRP fiel der BSV in eine schwere wirtschaftliche Krise und musste alle Verträge mit den Spielern und Trainern zum 31.08.1994 kündigen. Viele Spieler verließen daraufhin den Verein und konnten nicht adäquat ersetzt werden. Die anschließenden Spieljahre 1994/95 in der Regionalliga und 1995/96 in der Amateur-Oberliga Nordost verliefen - bedingt durch diese Ereignisse - fast zwangsläufig chaotisch und endeten jeweils in Abstiegen. Nach nur 4 Jahren fand sich der Verein anstatt in der 2. Bundesliga nun in der fünftklassigen Verbandsliga Brandenburg wieder.

Wenigstens in dieser Liga konnte man sich in der Folgesaison 1996/97 halten. Nach schwachem Beginn steigerte sich die Mannschaft im Saisonverlauf, erreichte einen Mittelfeldplatz und konnte den abermaligen Absturz verhindern. Auch in der folgenden Spielzeit 1997/98 wurde ein gesicherter Platz im Mittelfeld der Tabelle belegt.

Nach dem Konkurs des BSV Brandenburg im Jahre 1998 aufgrund von Altschulden wurde in der Sommerpause 1998/99 der Nachfolgeverein FC Stahl Brandenburg gegründet. Alle Spieler mussten innerhalb der Sommerpause zum neuen Verein übertreten, damit der Verein weiterhin das Startrecht für die gleiche Spielklasse (Verbandsliga) behalten konnte. 

Die Premierensaison 1998/99 als FC Stahl wurde mit einem 6. Rang beendet. In den Serien 1999/00 und 2000/01 wurde jeweils ein großer finanzieller Aufwand betrieben, um den Aufstieg in die NOFV-Oberliga zu packen. Leider blieb dieses Unterfangen mit dem Erreichen der Plätze 3 und 2 erfolglos und so konnten in den nächsten Jahren nur kleinere Brötchen gebacken werden. Daher landete man in den Folgejahren in den mittleren und unteren Tabellenregionen der Liga und am Ende der Saison 2005/06 musste sogar der Abstieg in die Landesliga hingenommen werden.

Hier blieb man 3 Jahre lang Mitglied. In dieser Zeit wurde notgedrungen noch mehr als zuvor auf den eigenen Nachwuchs gesetzt. Die jungen Spieler entwickelten sich in dieser Liga sehr gut und das Konzept trug bald Früchte. Nach einem 3. Platz in der Saison 2007/08 und dem anschließenden Scheitern in den Relegationsspielen gegen den EFC Stahl konnte dann im folgenden Spieljahr 2008/09 nach einem 2. Rang der Aufstieg in den beiden Relegationsspielen gegen den RSV Waltersdorf 09 gesichert werden.

Die Saison 2009/10 endete mit dem Klassenerhalt in der Brandenburgliga (6. Liga). Am Ende der Saison 2010/11 wurde die Liga mit Tabellenplatz 14 ebenfalls knapp gehalten.

In der Saison 2011/12 stand Stahl lange Zeit auf dem letzten Platz, konnte sich erst am vorletzten Spieltag auf den 15. Tabellenplatz retten und diesen im letzten Spiel mit einem 2:1-Sieg in Neuruppin verteidigen. Den Blau-Weißen kam hierbei zugute, dass es in dieser Spielserie nur einen einzigen Absteiger in die beiden Landesligen gab. Der neue Trainer Lars Posorski, der die Mannschaft in der Winterpause übernahm, hatte durch diesen Klassenerhalt einen großen Achtungserfolg errungen.

Die Saison 2012/13 entwickelte sich für Stahl zu einer Berg- und Talfahrt. Im Vordergrund stand einzig und allein der Kampf um den Klassenerhalt und ab dem ersten Spieltag stand Stahl auch schon im unteren Tabellenbereich. Nachdem die Chancen auf den rettenden 14. Tabellenplatz zur Mitte der Rückrunde äußerst schlecht standen, keimte einige Spieltage vor Saisonschluss noch einmal Hoffnung auf. Der Trainerwechsel von Lars Posorski zu Udo Richter im Mai 2013, die daraufhin wiederentdeckte Defensivstärke und 4 Auswärtssiege in den letzten 4 Auswärtspartien brachten dann am letzten Spieltag das ersehnte Happyend. Mit einem 4:0-Sieg beim SV Babelsberg 03 II war Stahl gerettet und verwies den Namensvetter aus Eisenhüttenstadt auf den ersten Abstiegsplatz. Mit 10 Siegen, 6 Unentschieden und 16 Niederlagen landeten die Stahl-Kicker am Ende auf dem 13. Tabellenplatz und die Spielerlegende Lars Bauer beendete nach 15 Spielzeiten, 381 Punktspielen und insgesamt 415 Pflichtspielen für Stahl Brandenburg seine aktive Laufbahn (und hat im Laufe der Saison 2013/14 schon wieder für einige Spiele ausgeholfen). Im Krombacher-Pokal der Saison 2012/13 wurde durch zwei 3:1-Siege beim TSV Empor Dahme und beim SV Grün-Weiss Brieselang und einen 2:1-Sieg beim Landesligisten SV Blau-Weiß Petershagen / Eggersdorf erstmals seit der Saison 1993/94 wieder das Viertelfinale erreicht. Hier war jedoch Endstation gegen den Oberligisten FSV Union Fürstenwalde (0:4).

Die Saison 2013/14 begann mit einem 3:1-Sieg im Krombacher-Pokal beim Landesligisten BSC Preussen Blankenfelde / Mahlow. Doch schon in der zweiten Runde musste Stahl nach einer deftigen 0:6-Heimpleite gegen den Oberligisten FSV 63 Luckenwalde die Segel streichen. Die Saison wurde wie im Vorjahr als Tabellenvorletzter auf Platz 15 beendet. Letztlich glückte der Klassenerhalt nur durch den freiwilligen Rückzug der SG Blau-Gelb Laubsdorf. Die Saison begann ernüchternd, denn erst am 7. Spieltag konnte im Heimspiel gegen den SC Eintracht Miersdorf / Zeuthen mit einem 4:0 der erste Saisonsieg eingefahren werden. Am Ende lag die Mannschaft von Andreas Koch - der Co-Trainer übernahm das Traineramt zum Beginn des Jahres 2014 von Udo Richter - mit 7 Siegen,  8 Unentschieden und 15 Niederlagen auf dem 15. Tabellenrang.